Kunst und Kultur mit Katja Boampong-Brummer

Webinare mit der Erlanger Kunsthistorikerin Katja Boampong-Brummer jeweils um 19.00 Uhr. Sie können sich ganz einfach online selbst anmelden und bekommen dann eine automatische Teilnahmebestätigung. 30 Minuten vor Beginn ist Carsten Kurtz bereits online und kann technische Hilfe leisten.

21.10. 2021, Donnerstag – „El Greco“

„El Greco“- der Fremdling aus Kreta, der in seiner Wahlheimat die spanische Religiösität der Gegenreformation und Inquisition erspürte und verkörperte. Ein Künstler, der Expressionist war, bevor das Wort erfunden wurde; ein Maler, der trainiert war, das Individuelle auszuschließen und durch die Filterung Tintorettos den Weg zu einer damals einzigartigen Ausdruckskunst fand; ein Mann des Manierismus oder frühen Barock, der bei aller Unterschiedlichkeit doch die Zeitgenossenschaft zu Caravaggio bezeugt; am Ende eine Persönlichkeit, die anders als der italienische Kollege keine Nachahmer in ganz Europa fand, sondern schlummerte und erst von Picasso in seiner „blauen Periode“ wieder erweckt wurde.

11.11. 2021, Donnerstag – „Paula Modersohn-Becker“

„Paula Modersohn-Becker“- die stärkste Begabung aus der Worpsweder Malkolonie. Ihr wird eine Ausstellung in der Frankfurter Schirn gewidmet, die die Aufmerksamkeit auf ihre Stellung, die sie prägenden Einflüsse und die Prägnanz ihres kurzen Lebens lenkt. Sie setzt ihren eigenwilligen Kopf durch, erhält Schützenhilfe durch ihren eher biederen Mann, fliegt öfter aus dem Nest des Provinziellen und verarbeitet Einflüsse aus Paris, besonders von Cezanne, aber auch der sog. Primitiven Kunst der außereuropäischen Kulturen, die damals in den Fokus geraten. Sie ist keine Schönmalerin, aber ergreift die Realität mit malerischer Wucht. Die Kette ihrer Selbstporträts  lassen vielfältige Verflechtungen erkennen- und eine erstaunliche Selbstbewusstheit.

9.12., Donnerstag – „Amadeo Modigliani“

Geplant- wenn mir nicht noch ein ausgesprochen weihnachtliches Thema einfiele:
„Amadeo Modigliani“- ( 1884-1920 )- der Maler des nach innen gerichteten Blickes
Wie bei Paula Modersohn ist seine Lebensspanne allzu kurz bemessen, dennoch aber hinterließen beide markante Spuren. Das Œuvre erscheint nicht sehr abwechslungsreich- die Gesichter und Figuren, von Frauen zuvörderst, erscheinen stereotypisiert und mit „blinden“ Augen. Es liegt Moderne in den Kompositionen, eine gute Portion Manierismus begegnet uralter zykladischer Kunst, etwas Rätselhaftes verhindert den voyeuristischen Zugriff. Seitenblicke beispielsweise auf die Skulpturen Constantin Brancusis, auch auf manche Werke Picassos und Matisses` mögen erhellend sein, kannten sie doch einander alle. Ein „enfant terrible“, dem man nicht böse ein kann.

(Beitragsbild von Couleur auf Pixabay) (Artikel aus redaktionellen Gründen neu datiert)

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