Erwachsenenbildung im Dekanat Erlangen

 


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Familienpolitik am Küchentisch

„DIE ZEIT“-Hauptstadtbüroleiter Marc Brost las und diskutierte auf Einladung der Bündnisse für Familie ERH und Erlangen und BildungEvangelisch in Erlangen.

Für eine Minute wurde die Bühne im Erlanger „Kreuz&Quer“ zu einem Ort gestresster Eltern: In größter Hektik tauschten die Darsteller Utensilien des Berufs- und Familienlebens aus, gefangen in der Rushhour des Lebens. Die Bündnisse für Familie aus Stadt und Landkreis hatten zusammen mit BildungEvangelisch den Leiter des Hauptstadtbüros „DIE ZEIT“, Marc Brost, eingeladen, über das Dilemma, Familie, Karriere und Beruf zu vereinen, aus Sicht der Väter zu sprechen.

„Geht alles gar nicht“

„Sind wir gerne Väter? Ja, absolut, von ganzem Herzen. Arbeiten wir gerne in unserem Beruf? Ja, leidenschaftlich gerne. Und, geht beides zusammen? Wir sind ja prima organisiert, im Job und zu Hause, wir sind diszipliniert, wir wollen, dass alles klappt. Also klappt es irgendwie. Die Wahrheit ist: es ist die Hölle“, zitierte Brost aus seinem und Heinrich Wefings Buch „Geht alles gar nicht“. Mit Familienforscherin Prof. Dr. Johanna Possinger, dem „Männerbeauftragten“ der Stadt Nürnberg, Matthias Becker, und Dr. Mathias Schäfer, Geschäftsführer der als väterfreundlich ausgezeichneten Firma FingerHaus aus Frankenberg diskutierte der ZEIT-Autor anschließend am Küchentisch –zwischen Wachstischtuch, Krimskrams und bunten Plastikbechern.

Überforderte Generation

Die Generation zwischen 25 und 40 Jahren, in der „Rushhour des Lebens“, sei überfordert, betonte Brost. Sie versuchen, Gleichberechtigung zu leben und den Spagat zwischen Partnerschaft, Kinder, Festanstellung, Sparen, Wohnen und Pflege zu schaffen. „In der Baubranche ist es nicht mehr leicht, Fachpersonal zu bekommen“, berichtete Geschäftsführer Dr. Mathias Schäfer aus der Praxis. Die pragmatische Konsequenz sei, jungen Vätern entgegenzukommen, beispielsweise durch heimatnahe Montage oder eine Vier-Tage-Woche. „Wenn es die Familiensituation erfordert, ermöglichen wir auch Wechsel zwischen Produktion, Montage oder Schichten. Es geht darum, Offenheit für individuelle Lösungen zu zeigen“, sagte Schäfer.

Zeit genauso wichtig wie Geld

In seinen Beratungen erlebt Matthias Becker immer wieder, dass Zeit für die Väter genauso wichtig ist wie Geld. Der Männerbeauftragte der Stadt Nürnberg hält eine Bewusstseinsänderung für nötig. Viele Firmen wollen Fachkräfte halten und bieten auch Männern Teilzeitstellen an. Auch Prof. Dr. Johanna Possinger sieht die Betriebskultur als Knackpunkt an. „Da noch traditionelle Präsenzkulturen vorherrschen, muss ein dickes Brett gebohrt werden, um die Vereinbarkeit von Vaterschaft und Beruf zu fördern“, meinte die Familienforscherin am Küchentisch im „Kreuz&Quer“.

Widersprüchliche Familienpolitik

Auf die Frage des Moderators Markus Hladik, ob es die so genannten „neuen Väter“ wirklich gäbe, wies Familienforscherin Possinger auf einen Einstellungswandel bei Männern hin. Umfragen zeigen, dass sich Väter heute mehr Zeit mit ihren Kindern wünschen und gerne in vollzeitnaher Teilzeit arbeiten würden. Im Familienalltag beobachtet Possinger jedoch eine „Retraditionalisierung der Arbeitsteilung“. Die meisten Männer konzentrierten sich auf den Job, die meisten Frauen auf die Familie. „Elternzeit und Elterngeld werden von den Männern genutzt, jedoch zu 80 Prozent nur für zwei Monate. Danach bricht das Engagement wieder ab“, sagte die Familienforscherin. 

„Extrem widersprüchlich“, findet sie die aktuelle Familienpolitik. Einerseits gebe es Instrumente wie das Elterngeld, welche das Väterengagement steigern sollen,  andererseits gebe es historisch gewachsene Instrumente, die das Gegenteil bewirken, wie das Ehegattensplitting, welches das alte Ernährermodell begünstige.

Mut zu mehr Ehrlichkeit

Damit  auch Väter Beruf und Familie in einer auf positive Außendarstellung und Perfektionismus getrimmten Gesellschaft vereinen können, plädiert Marc Brost für Ehrlichkeit. „Männer tragen das Herz nicht auf der Zunge. Wir Väter müssen uns in die Augen schauen und uns gegenseitig ermutigen!“, forderte er. “Wir sind Pioniere auf Neuland, wenn wir Pionierarbeit leisten kann sich die Situation für unsere Kinder verbessern!“

BU: Wie am heimischen Küchentisch diskutierten Moderator Markus Hladik, Familienforscherin Prof. Dr. Johanna Possinger, der „Männerbeauftragte“ der Stadt Nürnberg, Matthias Becker, Dr. Mathias Schäfer, Geschäftsführer  der Firma FingerHaus aus Frankenberg mit Marc Brost, Buchautor und „DIE ZEIT“-Hauptstadtbüroleiter (v.l.n.r.)

Der Männerbeauftragte der Stadt Nürnberg hält eine Bewusstseinsänderung für nötig. Viele Firmen wollen Fachkräfte halten und bieten auch Männern Teilzeitstellen an. Auch Prof. Dr. Johanna Possinger sieht die Betriebskultur als Knackpunkt an. „Da noch traditionelle Präsenzkulturen vorherrschen, muss ein dickes Brett gebohrt werden, um die Vereinbarkeit von Vaterschaft und Beruf zu fördern“, meinte die Familienforscherin am Küchentisch im „Kreuz&Quer“.

Widersprüchliche Familienpolitik

Auf die Frage des Moderators Markus Hladik, ob es die so genannten „neuen Väter“ wirklich gäbe, wies Familienforscherin Possinger auf einen Einstellungswandel bei Männern hin. Umfragen zeigen, dass sich Väter heute mehr Zeit mit ihren Kindern wünschen und gerne in vollzeitnaher Teilzeit arbeiten würden. Im Familienalltag beobachtet Possinger jedoch eine „Retraditionalisierung der Arbeitsteilung“. Die meisten Männer konzentrierten sich auf den Job, die meisten Frauen auf die Familie. „Elternzeit und Elterngeld werden von den Männern genutzt, jedoch zu 80 Prozent nur für zwei Monate. Danach bricht das Engagement wieder ab“, sagte die Familienforscherin. 

„Extrem widersprüchlich“, findet sie die aktuelle Familienpolitik. Einerseits gebe es Instrumente wie das Elterngeld, welche das Väterengagement steigern sollen,  andererseits gebe es historisch gewachsene Instrumente, die das Gegenteil bewirken, wie das Ehegattensplitting, welches das alte Ernährermodell begünstige.

Mut zu mehr Ehrlichkeit

Damit  auch Väter Beruf und Familie in einer auf positive Außendarstellung und Perfektionismus getrimmten Gesellschaft vereinen können, plädiert Marc Brost für Ehrlichkeit. „Männer tragen das Herz nicht auf der Zunge. Wir Väter müssen uns in die Augen schauen und uns gegenseitig ermutigen!“, forderte er. “Wir sind Pioniere auf Neuland, wenn wir Pionierarbeit leisten kann sich die Situation für unsere Kinder verbessern!“

BU: Wie am heimischen Küchentisch diskutierten Moderator Markus Hladik, Familienforscherin Prof. Dr. Johanna Possinger, der „Männerbeauftragte“ der Stadt Nürnberg, Matthias Becker, Dr. Mathias Schäfer, Geschäftsführer  der Firma FingerHaus aus Frankenberg mit Marc Brost, Buchautor und „DIE ZEIT“-Hauptstadtbüroleiter (v.l.n.r.)

 

 

 

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