HIER BIN ICH MENSCH, HIER DARF ICH´S SEIN …

Programm BE Erlangen


Ein schöner Satz, liebe Leserinnen und Leser,

so zuversichtlich und irgendwie auch ganz selbstverständlich: Ich darf hier sein. So soll es sein, so ist es aber nicht immer und überall.

Gehört habe ich von einem Manfred, Marokkaner, schon in der zweiten Generation in Deutschland, der eigentlich Mohamed heißt und auch den Familiennamen seiner Frau angenommen hat. Weil das besser ist, wie er sagt, vor allem für seine Kinder. Oder Elias, der junge Deutsche, der Jude ist und sich nicht mehr traut, mit Kippa durch seine Stadt zu gehen. Oder Susanne, die eigentlich gerne arbeitet, auch in Teilzeit, weil sie das Geld braucht, Regale einräumt, aber sie es den Kolleginnen nie recht machen kann.

Weg von hier – aber wohin? Oder drehen wir es einfach um: nicht nach Orten fragen, wo man nicht gerne ist, sondern umgekehrt. Wo ist der Ort, von dem Sie sagen: Hier bin ich Mensch, hier darf ich es auch sein? Im Wohnzimmer? Beim Joggen? Oder …

„Hier bin ich Mensch, hier darf ich´s sein!“, der findet sich im großen Werk von Johann Wolfgang von Goethe, in seinem Faust. Er Faust, der Umtriebige und Ruhelose, spricht ihn beim Osterspaziergang: Vom Eise befreit sind Strom und Bäche durch des Frühlings holden, belebenden Blick; Im Tale grünet Hoffnungsglück.

Die Natur, sie lebt – als Protest gegen ihre Vermüllung. Und mit ihr lebt der Mensch auf – als Widerspruch gegen alle Einengungen und Misshandlungen des Menschlichen. Das ist wirklich und doch auch wieder nicht: eher ein Versprechen, utopisch. Wie Ostern, wie die Auferstehung selber. Und mitten in diesem Hoffnungsglück, da ist der Mensch zu Hause.

Bleibt zu hoffen, dass auch wir solche Orte finden. Einen Hinweis gibt Goethe selber, wenn er ein paar Zeilen vorher schreibt: „Überall regt sich Bildung und Streben.“ Hoffnungsglück, auch bei BildungEvangelisch Überprüfen Sie es …

Herzlich grüßt – im Namen des Teams –
Hans Jürgen Luibl