©Harald Sippel

Der Fall HuPfla

Foto-und Medien-Ausstellung zum Abriss des Westflügels der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Erlangen im Jahr 2019

Es gibt kaum ein kommunales Ereignis, das in den letzten Jahren Erlanger Bürgerinnen und Bürger mehr interessiert und bewegt hat wie die Auseinandersetzung um den Erhalt des Restgebäudes der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt an der Schwabach.

Im Zusammenhang damit wurden zum ersten Mal die Verbrechen der NS-„Euthanasie“ in Erlangen durch die Vergasung von 908 Patientinnen und Patienten sowie der etwa 1100 Krankenmorde auf sogenannten Hungerkoststationen bekannt. Allein im Jahr 2019 fanden dazu mehrere gut besuchte Informationsveranstaltungen statt, bei denen die Bevölkerung erstmals gründlich darüber aufgeklärt wurde.

Die Ausstellung zeigt Bilder von Harald Sippel, der den Abriss des Westflügels dokumentiert hat, sowie Ton- und Video-Aufzeichnungen von Erich Malter.

  • Ausstellungsort „Kreuz und quer“, Erlangen, Bohlenplatz, Foyer
  • Ausstellungszeitraum 30.9.22 bis 31.12.22
  • Veranstalter: Aktionsbündnis „Gedenken gestalten – HuPfla erhalten“ und BildungEvangelisch.
Begleitveranstaltungen:

• 28.9.22 18.00 Uhr Vernissage
• 30.9.22 17.00 Uhr öffentliche Ausstellungsführung mit Fotograf Harald Sippel

• 11. Oktober 2022, 19.00 Uhr, kreuz + quer
Bleibt von der Hupfla mehr als das Jagdschlösschen?
Die Auseinandersetzung um die Gestaltung des Gedenkortes geht in unserer Stadt seit einigen Jahren. Der Mittelrisalit konnte erhalten werden. Jetzt geht es nicht mehr um die Verhinderung des Abrisses, sondern um die stimmige architektonische Gestaltung des Gedenkortes – gerade vor dem Hintergrund der Verbrechen, die dort passiert sind.
Diskussionsveranstaltung mit Pia Tempel-Meinetsberger, Konrad Rottmann und Thomas Engelhardt

• 10. November 2022, 19.00 Uhr, kreuz + quer
NS-Verbrechen – Gedenken und Erinnern. Beispiel Nürnberg – Herausforderungen für Erlangen
Podiumsgespräch mit Thomas Engelhardt. Konrad Rottmann, Josef Weber, Eckhart Dietzfelbinger. Moderation Markus Hörath
Wir freuen uns, zu dieser Veranstaltung kompetente Persönlichkeiten gewonnen zu haben, u.a. als namhaften Vertreter der Gedenkkultur Eckhart Dietzfelbinger, wiss. Mitarbeiter am Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände, Thomas Engelhardt, früherer Leiter des Erlanger Stadtmuseums, Konrad Rottmann. Stadtheimatpfleger, Josef Weber, Baureferent der Stadt Erlangen. Die Moderation übernimmt der langjährige Redaktionsleiter der Erlanger Nachrichten, Markus Hörath.

• 19. November 2022, 19.00 Uhr, kreuz + quer
Lieder gegen das Vergessen – ein Liederabend mit Monika Teepe (Sopran) und Christoph Orendi (Klavier)
Die Nürnberger Sängerin Monika Teepe und der Erlanger Pianist Christoph Orendi gestalten einen klassischen Liederabend, der sich den KomponistInnen widmet, die während der Nazi-Diktatur emigrierten oder ins Konzentrationslager deportiert wurden, darunter bekanntere Komponisten wie Hanns Eisler oder Kurt Weill, aber auch mittlerweile in Vergessenheit geratene und wiederentdeckte KomponistInnen wie Ilse Weber, Viktor Ullmann oder Pavel Haas.
Mit freundlicher Unterstützung durch die Kulturförderung der Stadt Erlangen.
Eintritt: 10 Euro (Abendkasse)

• November 2022 Veranstaltung zum Bezirk Mittelfranken und der Heil- und Pflegeanstalt in Ansbach mit Frau Kasparek und Gisela Niclas

• Informations- und Diskussionsveranstaltung zur Angehörigenarbeit mit Opfern der NS-Euthanasie“ in Bayern – Referent Silas Ubrich.

Alle Veranstaltungen sind rollstuhlgerecht. Anmeldung wird immer erbeten an bildung.evangelisch-er@elkb.de