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Krokodilstränen, made in Europe

ein nachdenklicher Kommentar zur Situation in Moria von Prof. Hans Jürgen Luibl

Das Flüchtlingslager Moria ist abgebrannt. Über 13.000 Menschen sind ohne Dach über dem Kopf, ohne Herberge. Geplant war das Lager für 2.000 Menschen. Es wurden immer mehr. Wir haben es gesehen, mit jeder Nachrichtensendung, das wachsende Elend. Wir haben es kommen sehen, das Elend samt Bankrotterklärung der EU. Abgebrannt Moria und auch, ja, das war einmal, das christliche Abendland: „Abendland ist abgebrannt.“ – und zwar an jenem Ort, wo es einst als Europa das Licht der Welt erblickte. Natürlich sind wir betroffen, jetzt.
Es fließen Tränen, Krokodilstränen. Eine Runde Mitleid für alle! Vor allem für mich. Denn seht doch meine Tränen: ich trauere hier und jetzt. Bitte also jetzt keine Kritik an mir, an der deutschen Sicherheitspolitik, an der europäischen Außenpolitik. Und vor allem: keine Änderung dieser Politik. Wir würden ja gerne …, aber das muss gesamtdeutsch gesehen werden, auch hier in dem vereinten Wertedeutschland würden wir ja gerne, aber das muss gesamteuropäisch gelöst werden, außerdem ist es ein globales Problem, ja, da müsste man ansetzen, dort draußen, Heldentum im Irgendwannundwo. Und außerdem: soll doch der liebe Gott… wofür hat man ihn denn?
Krokodilstränen, das ist nicht nur seichte Trauerperfomance, sondern auch Verweigerung, sich zu ändern. Das unterscheidet sie etwa von der Trauer, die ihren Platz im Herzen der Religionen hat. Tränen gibt es auch dort, sie kommen von gebrochenen Herzen und dem Mut zur tätigen Reue. Tätige Reue, ein altertümliches Wort. So alt und überholt wie die Sache selber: nämlich der Mut, es besser zu machen. Wir haben die Gegenreden gut gelernt: Was besser ist, das weiß man doch so genau nicht, das ist kompliziert, politisch kontrovers. Aber vielleicht geht es gar nicht darum, es besser zu machen, sondern einfach nur gut. Und was das ist, wissen wir: „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“ Und woher weiß ich, welches nun der gute Weg ist? Man merkt es, indem man einfach losgeht und dort, wo es einem selber anfängt, weh zu tun, wo die Füße wund werden und man sich blutige Nasen holt. Da werden aus den Krokodilstränen die echten, eigenen Tränen eines mühsamen Weges. Let´s go, let my people go!

Mein Vorschlag: Die Kollekte des nächsten Sonntags ist in allen Kirchen Erlangens bestimmt für die Flüchtlingshilfe Moria. Und die Stadt Erlangen verdoppelt diese Kollekte. Und Erlanger Gemeinden erklären sich bereit, Flüchtlinge aufzunehmen. Und wir stellen eine Mahnwache auf, bis der deutsche Innenminister endlich sein Veto aufgibt, gestrandete Flüchtlinge aufzunehmen, um den Menschenfeinden am rechten Rand nur nicht entgegentreten zu müssen.
Tut um Gottes Willen etwas Tapferes, hat der Zürcher Reformator Ulrich Zwingli gesagt und sich in die erste Reihe gestellt, wo er dann im Kampf getötet wurde. Da seht ihr, sagen sie, das geht eben doch nicht, das alles geht heute nicht, sorry. Ja, wenn das so wäre, dass das alles nicht ginge: es wäre wirklich zum Heulen. Und das wäre schon der Anfang vom Ende der Krokodilstränen. Übrigens: das Wort Krokodilstränen geht auf eine seltsame Deutung zurück: dass Krokodile Tränen in den Augen haben, um kleine Kinder anzulocken und sie besser fressen zu können. Heulend fressen wir unsere Kinder. Ja, wir sind Krokodile. Aber wir müssen es nicht bleiben, ist ja nur eine Sage. Gott sei Dank.

15.10.2020 /HJL

Hier gehts zum Artikel „Moria ist abgebrannt“ von Carina Harbeuther, der Beauftragten für Flüchtlingsarbeit mit Spendenadressen.

Podcast Folge 5 mit Regina

#5 Gemeinsam Räume erobern!

Podcast: Regina Barthel – Wortkünstler*in und Tiny-House Erlangen

In Erlangen braucht es Räume für kreative Menschen, Inspiration und gemeinsame Aktion! Mit Regina Barthel, 65, haben wir uns getroffen, um über eben solche Räume zu sprechen. Regina ist ein bunter Mensch, vielseitig interessiert und engagiert. Als Wortkünstler*in gestaltet sie ein Atelier im Künstler*innenprojekt B11, als ehrenamtliche Kirchenführerin kann man mit ihr gemeinsam die Kosbacher Kapelle erkunden und als Mitglied der Tiny-House-Gruppe Erlangen ist Regina Teil einer Bewegung, die sich viele Gedanken um alternative Formen des gemeinschaftlichen Lebens macht. Denn es geht ihr bei der Idee, in einem Tiny-House zu leben, nicht nur um eine andere Form von Wohnung, sondern darum, miteinander zu leben, um Dinge, Ideen, Überzeugungen und Werte zu teilen.

Im Podcast erzählt sie uns, warum ein Umdenken in unserer Raumnutzung wichtig ist und welche Wege dafür eingeschlagen werden können.

National Gallery / CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/3.0)

Kunst und Kultur mit Katja Boampong-Brummer

Webinare mit der Erlanger Kunsthistorikerin Katja Boampong-Brummer. Sie können sich ganz einfach online selbst anmelden und bekommen dann eine automatische Teilnahmebestätigung. Kurz vor dem Webinar sende ich Ihnen noch eine E-Mail mit einer Support-Telefonnummer von mir.

24.9., Donnerstag:

Diego Velázquez und das „Siglo de Oro“ der spanischen Malerei im 17. Jahrhundert mit Seitenblicken auf El Greco, Zurbaran und Murillo sowie Manet https://zoom.us/webinar/register/WN_NVJNGRqZQJ2rLbiHrw8HIQ

22.10., Donnerstag:

Edward Hopper- „Warten auf Godot“, Melancholie und Sprachlosigkeit trotz ewiger Sonne mit Bezügen zu Beeinflussungen und Auswirkungen https://zoom.us/webinar/register/WN_QYdTm6UKSKiQ063px12jhg

17.12., Donnerstag:

Darstellungen der Geburt Christi mit mancherlei Überraschungen und theologischen Betrachtungen https://zoom.us/webinar/register/WN_8aZJlFWaREuhmWaSvV4Gqw

28. Januar 2021, Donnerstag:

Wird noch festgelegt !

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Arbeit ist das halbe Leben

Ausstellung und Begleitprogramm

Arbeit ist das halbe Leben, so sagt man. Und tatsächlich verbringen viele von uns Jahr für Jahr einen Großteil unserer Lebenszeit bei unserer Erwerbsarbeit. Arbeit ist für die meisten Menschen ein wichtiger Faktor, um den herum alle anderen Lebensbereiche vom Wohnort über die Freizeit bis hin zum Arztbesuch arrangiert werden (müssen?). Darin klingen bereits die zwei Gesichter der Arbeit an: Arbeit schafft Möglichkeiten, durch sie erfahren wir soziale Anerkennung und gesellschaftliche Teilhabe. Sie kann identitätsstiftend sein und im Idealfall helfen, die eigene Persönlichkeit zu entfalten. Andererseits kann sie aber auch belasten und überfordern und bis zu einem Gefühl der Ausbeutung führen.

Ausstellung im K+Q geöffnet: Montag und Mittwoch 9.30 – 14.00 Uhr sowie
Dienstag und Donnerstag 9.30 – 18.00 Uhr​

9. September, 19 Uhr: Vortrag mit Dr. Manfred Böhm, Leiter der Arbeitnehmerpastoral Bamberg

12. September, ganztägig: Studienfahrt nach Schweinfurt, Führung durch die Sachs-Ausstellung bei ZF, Besuch des Gedenkorts für Zwangsarbeiter*innen

Weitere Informationen erhalten Sie bei annika.hoppe-seyler@elkb.de

Bio+Fairtrade Start-Up

#4 das Leben auf dieser Erde positiv beeinflussen

Podcast: Jonas Schmidle, Leiter eines Bio- und Fairtrade Start-UP´s

Wer wünscht sich das nicht: das Leben auf dieser Erde positiv beeinflussen zu können.Ein heres Ziel, dass dennoch nicht selten im Alltagschaos und den Arbeitsroutinen untergeht.

Nicht so beim Gast unserer aktuellen Podcastfolge. Jonas Schmidle, 33 Jahre alt und Vater eines Sohnes, leitet seit über acht Jahren sein eigenes Unternehmen „Bananeira„, einen Bio- und Fairtrade Großhändler mit eigener Produktion. Dabei legt er großen Wert auf möglichst nachhaltiges Wirtschaften: Sein Unternehmen führt keinerlei konventionelle Ware, alles ist mindestens bio und idealerweise regional, Produkte aus weiter entfernten Regionen Fairtrade-zertifiziert. Jonas versucht, mit kreativen Lösungen und Pfandsystemen den Verpackungsmüll zu reduzieren und arbeitet in der Produktion mit den Erlanger Regnitzwerkstätten zusammen.

Doch trotz dieses nachhaltigen und umweltbewussten Ansatzes hat es das Unternehmen nicht immer leicht (gehabt). In unserem Gespräch berichtet Jonas über die Schwierigkeiten, als innovatives Start-Up einen Kredit zu bekommen, macht Vorschläge für politische Unterstützungsangebote und appelliert gleichzeitig an jede*n einzelne*n von uns, sich bewusst mit den Produktionsbedingungen unserer Konsumgüter auseinanderzusetzen. Denn in seinen Augen haben wir alle viel mehr Macht, als wir und selbst eingestehen.

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Sommerprogramm 2020

Sommerprogramm 2020

spontan, vor Ort, mit Abstand

Gott mache dein Herz froh und deinen Schritt fest. Er lasse dich willkommen sein, wo immer du hingehst und gebe dir immer wieder Gelegenheit zum Staunen. Gott führe dich sicher durch diese turbulenten Zeiten und schenke uns ein fröhliches Wiedersehen.

Behüte Sie Gott!

Hier sehen Sie die Überschriften zu den einzelnen Programmpunkten des Sommerprogramms. Die detaillierten Beschreibungen lesen Sie, wenn Sie auf read more -> (ganz unten) klicken.

Ein Klick auf den Titel führt Sie direkt zur Veranstaltung. Anmelden bitte bei den unterschiedlichen, angegebenen Stellen.

Das Team von BE wünscht einen schönen, erholsamen Sommer!

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